Ich habe Fragen – Ich möchte mitmachen
Mehr Teilhabe an Religion für Menschen mit Behinderung
Eine neue Handreichung aus einem interdisziplinären Kooperationsprojekt ist veröffentlicht
Religion muss für alle zugänglich sein. Denn das Grundrecht auf freie Religionsausübung gilt unabhängig von körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen. Doch in der Praxis gibt es jedoch weiterhin viele Hürden. Das Bistum Limburg, das Erzbistum Paderborn und die Universität Witten/Herdecke setzen ein starkes Zeichen:
„Immer wieder werden Menschen mit Behinderungen an der Teilhabe an Religion gehindert“, sagt Jochen Straub aus dem Bistum Limburg. „Es gibt Barrieren in den Köpfen, Barrieren in der Kommunikation und in vielen Bereichen von Kirche und Gesellschaft. Wir müssen Menschen mit Behinderungen fragen, was sie brauchen. Doch genau diese Frage wird oft gar nicht gestellt.“
Auch Anja Fecke aus dem Erzbistum Paderborn betont: „Wir brauchen ein viel stärkeres Bewusstsein für das Recht auf religiöse Ausübung. Dazu gehört auch, qualifizierte Assistentinnen und Assistenten auszubilden, die Menschen unterstützen, die Begleitung brauchen.“
Der Mediziner und Forscher Arndt Büssing von der Universität Witten/Herdecke unterstreicht die Bedeutung des Themas aus wissenschaftlicher Sicht: „Unsere Untersuchungen zeigen deutlich: Alle Menschen haben spirituelle Bedürfnisse. Wenn wir sie nicht ernst nehmen, verletzen wir ihre Würde.“ Seine Mitarbeiterin Mareike Gerundt betont daher: „Das gemeinsame Projekt trägt dazu bei, diese Bedürfnisse sichtbar zu machen und echte Teilhabe zu fördern.“
Als Ergebnis des Projekts stellen die drei Partner nun eine neue Handreichung vor:
„Ich habe Fragen – ich möchte mitmachen. Meine Spiritualität begleitet.“
Sie ist sowohl in Alltagssprache als auch in Einfacher Sprache erschienen und zeigt konkrete Teilhabemöglichkeiten an Spiritualität und Religion in neun Lebensbereichen – von Kommunikation über Gottesdienst bis hin zu Gemeinschaft.